Die Veden

Götter Veden

Was sind die Veden?

Die Veden oder auch Veda bezeichnen/ bezeichnet eine Sammlung uralter indischer Schriften. Das Wort „Veden“ geht auf die Sanskritwurzel „vid“ zurück bedeutet Wissen. Auch das deutsche Wort Weisheit ist mit dieser Wurzel verwandt. Weitere Ableitungen findet man beispielsweise im Englischen (wit), im Russischen (vid) und im Lateinischen (videre); denn ein Wissender ist jemand, der die Wahrheit gesehen hat. Die Veden werden auch Śruti genannt. Mit Śruti ist die Erkenntnis gemeint, die durch Hören erlangt wird. Das zentrale Thema der Veden ist das Streben sich selbst und Gott zu erkennen. Das Wissen unterstützt den Menschen ein Leben in spiritueller Erkenntnis zu führen.

Das vedische Wissen ist zeitlos und deckt alle Bereiche des menschlichen Wissens ab. Dazu gehören Kunst, Architektur (Vastu / Vaastu), Heilkunde (Ayurveda), Yoga, vedische Psychologie, Astrologie (Jyotisch), Kochkunst und viele anderen Bereiche des Lebens. Es beinhaltet sogar komplizierte Operationstechniken an Auge und Gehirn, fortschrittliche Agrar- und Bewässerungstechnik, Kriegskunst, Bau und Anwendung von Flugzeugen und vor allem viele tiefe Einsichten in die Transzendenz und Spiritualität. Das an sich wäre schon erstaunlich, wenn man dann noch das Alter dieser Schriften berücksichtigt, welches immerhin mehr als 3000 Jahre ist, wird es schier unfassbar. Das ist es auch, was es mir leicht macht zu glauben, was in den Schriften über deren Herkunft steht.

Herkunft der Veden

Als erstes Lebewesen empfing Brahma, der auch als Prajapati („Herr der Geschöpfe“) bekannt ist, das Wissen direkt von Krishna, dem Höchsten Herrn. Brahma gab es weiter an seine Söhne, die es ihren Söhnen und Schülern vermittelten usw. Trotzdem das Wissen bereits zu beginn des Kali Yuga (das Zeitalter von Zerstörung und Verfall) niedergeschrieben wurde, werden die Veden auch heute noch durch Rezitation mündlich vom Lehrer an die Schüler weitergegeben. Die Niederschrift wurde veranlasst, dass das Wissen im Kali Yuga nicht verloren geht, da die Menschen mit voranschreitender Zeit immer dümmer wurden und zu befürchten war, dass die Texte nicht mehr auf herkömmliche Weise erhalten werden könnten.

Anfangs gab es nur einen Veda, der später zur Erleichterung des Studiums vierfach unterteilt wurde, nämlich in Rig, Yajur, Sama und Atharva.

Die vier Teile der Veden

Die Veden bestehen aus vier Teilen: Rig-Veda, Sama-Veda, Yayur-Veda und Artharva-Veda. Um die Veden leichter zu erfassen, werden sie in den 18 Purāṇas und in dem Mahābhārata genannten historischen Epos erklärt. Auch das Rāmāyana ist ein historisches Epos, in dem alle wichtigen Unterweisungen der Veden enthalten sind.

Rig-Veda besteht ursprünglich aus über 1000 Hymnen mit hunderttausenden von Versen, Manu-smriti umfaßt ca. 2500 Verse, Mahabharata 100000 Doppelverse, Ramayana 24000, Srimad-Bhagavatam 18000 Verse und die Puranas bestehen zusammen aus über 300.000 Versen, wovon heute nicht mehr alle vorhanden sind.

Jeder der vier Veden besteht aus Samhita (Sammlung von Hymnengruppen, Mantras), Brahmanas (umfangreiche theologische Abhandlungen über die richtige Verwendung und Bedeutung der in den samhitas enthaltenen Hymnen und Mantren für Opferhandlungen), Aranyakas (die Waldbücher) und den zum Teil in ihnen eingebetteten Upanishaden (Vedanta).

Besonderheiten der Veden gegenüber heutiger Wissenschaft

Allen vedischen Schriften ist ein ganzheitliches Verständnis des Menschen an sich und des Menschen in seiner Umgebung gemeinsam. In der vedischen Heilkunde wird immer die wechselseitige Abhängigkeit von Köper, Geist und Seele berücksichtigt, um einen ausgeglichenen Zustand zu erreichen. Auch werden Menschen individuell betrachtet. Es ist kein Mensch genau wie ein anderer und daher ist für jeden ein individueller Weg vorgesehen, den er mit zu ihm passenden Mitteln gehen muss.

Das vedische Wissen gilt als ewig, und da der materielle Kosmos sich in einem ständigen Wandel befindet, wird auch der Veda immer wieder neu verkündet. Es ist die ewige Wiederkehr des Gleichen in zahlreicher Abwandlung, entsprechend Zeit, Ort und Umständen. Es ist nur natürlich, dass sich die menschliche Individualität und Eigenheit in unterschiedlichen philosophischen Ansichten ausdrückt. Die verschiedenen Heilswege und Yogapfade, die in den vedischen Schriften enthalten sind, sind die wirklichkeitsnahe und darum zeitlose Antwort eines grossen Erziehungsplans, der um diese Individualität weiss.

Welche Bedeutung haben die Veden heutzutage?

In Indien werden noch heute vedische Rituale durchgeführt, um Probleme an der Wurzel zu packen und aufzulösen. Außerdem hat sich Ayurveda in den letzten Jahren über die ganze Welt ausgebreitet. Auch Vastu wird als nachhaltige Lösung mehr und mehr angefragt. Somit sind die Veden nach wie vor bedeutsam für Indien und gewinnen mehr und mehr an Bedeutung für den Rest der Welt.