Mantra singen

Wie man ein Mantra richtig singt oder auch chantet, ist nicht so schwer zu lernen. Dennoch sollte man auf ein paar Dinge dabei achten. Bevor ich Euch sage, welche genau das sind, möchte ich Euch aber noch ein paar allgemeine Informationen zum Thema „Mantra“ mitgeben. Zunächst einmal bedeutet Mantra auf Sanskrit: मन्त्र, mantra m.  einfach Spruch, Lied oder Hymne. Es bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Wenn man ein Mantra oft aufsagt, nennt man das auch rezitieren. Mantras können sprechend, singend flüsternd oder in Gedanken rezitiert werden.

So, das wars auch schon mit der reinen Theorie 🙂 nun zum Wesentlichen:

Warum sollte man ein Mantra singen?

Mantren helfen den Geist zu beruhigen, zum Beispiel konzentriert man sich während der transzendentalen Meditation auf ein Mantra. Da man, wenn man den Text aufsagt nicht zeitgleich viel anderes denken kann, ist man ganz im hier und jetzt. Dadurch kommt man leichter in den Flow. Im Flow kommt man leichter auf Lösungen und wenn man regelmäßig meditiert, wird man gelassener.

Sie helfen einem auch in eine bestimmte Energie zu kommen und über die positive Resonanz noch mehr von dieser Energie ins eigene Leben zu ziehen. Ein Mantra kann uns also dabei unterstützen das Leben zu kreieren, das wir uns wünschen. Genaugenommen aktiviert es die entsprechenden göttlichen Anteile in der eigenen Seele, weil alles mit allem verbunden ist.

Ein Mantra hat auch die Macht Räume zu reinigen, wenn es einen Streit gab, kann ich nur empfehlen ein Mantra zu singen. „Om shanti shanti shanti“ eignet sich dabei besonders. Es ist ein Friedensmantra und ein Segen. Das erste „Shanti“ steht für den Frieden in der chantenden Person, das zweite „Shanti“ steht für den Frieden in der eigenen Familie und der direkten Umgebung und das dritte „Shanti“ steht für den Frieden in der Welt.

Das Om-Shanti-Mantra habe ich Euch hier aufgenommen:

Wie oft muss ich das Mantra singen?

Wie oft sollte man das Mantra wiederholen?

In den Veden wird die 9 als besondere Zahl hervorgehoben, sie symbolisiert wachsende Weisheit. Außerdem tritt die Göttin Durga in neun Formen auf und ihr Fest, das Navarati dauert neun Nächte. Besonders an der Neun ist, folgendes: wenn man die Neun mit einer Zahl multipliziert ist die Quersumme des Ergebnisses stets wieder 9. Z.B. 9*9=81 die Quersumme aus 81 also 8+1=9. Das funktioniert mit keiner anderen Zahl.

Weil die Neun so besonders ist, werden Mantren neun Mal oder ein Vielfaches von neun Mal gechantet. Im Hinduismus und Buddhismus sind das meist 108 Mal. (9*11), weil die 108 als eine mystische Zahl angesehen wird. Die Gebetskette, auch Mala genannt, hat 108 Perlen. Diese führt man beim Mantra singen zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand hindurch.

Im Hinduismus haben die Götter 108 Namen, manche besitzen sogar 1008 Namen, diese werden zu besonderen Festen rezitiert.

Eine Mala ( Gebetskette) seht Ihr auf dem folgenden Bild.

Mala Gebetskette für Mantra singen

Zu welcher Zeit sollte man das Mantra singen?

Die beste Zeit zum Meditieren ist natürlich auch die beste Zeit um Mantren zu chanten. In den Veden ist empfohlen nach der morgendlichen Reinigung und vor dem Frühstück zu meditieren. Außerdem sollte man spätestens zum Sonnenuntergang sein Tagwerk beenden und spirituelle Schriften studieren.

Mantren werden aber auch durch die Energie verstärkt, die zur entsprechenden Tageszeit vorherrscht. Das Mantra dann zu chanten, ist noch wirkungsvoller. Ich habe Dir drei Beispiele dazu aufgenommen. Zum einen Om sriem (auch Om shreem) dieses Mantra aktiviert die Energie von Lakshmi. Sie ist ein Teil von Durga und bringt dem, der zu ihr betet Schönheit und Reichtum und zwar sowohl inneren als auch äußeren. Ihre Zeit ist von 17:00-20:00 Uhr. Das zweite Video ist ebenfalls für Lakshmi, es lautet „Om Maha Lakshmi cha videmahae, Vishnu patni cha dimahi, tanno Lakshmi prachodayat“.

Das dritte Beispiel ist Göttin Kali zugeordnet, sie zerstört alles Negative. Ihr Mantra lautet Om chiem, dieses habe ich in dem zweiten Video für Euch gechantet. Wie Ihr hoffentlich hörn könnt ist das „Ch“ in chiem ein kehliger Laut. Es ist ein bisschen, als würde man gurgeln.

Das folgende Mantra ist für Göttin Durga. Durga heisst auf Sanskrit, f., दुर्गा, durgā, wörtl.: die schwer Zugängliche, die schwer zu Begreifende. Sie ist wohl die bekannteste Form der Göttin (devi) im Hinduismus. Sie existiert in unterschiedlichen göttlichen Erscheinungsformen sowohl gütig als auch strafend: Durga ist eine Göttin der Vollkommenheit, die als Saraswati, Lakshmi, Ambika und Ishvari sowie in anderen Formen erscheinen kann.Sie segnet Ihre Anhänger unter anderem Kraft, Wissen und Weisheit. Im Tantrismus ist sie Shakti, die weibliche Urkraft/Energie des Universums. Während sie etwa als Lakshmi zu Vishnu und als Saraswati zu Brahma gehört, ist sie in der Form der Durga keinem männlichen Gott zugeordnet.

Hier habe ich noch ein Mantra für Lord Shiva für Euch aufgenommen. Shiva ist Sanskrit शिव Śiva [ɕɪʋʌ] und bedeutet „Glückverheißender“. er ist einer der wichtigsten Götter des Hinduismus. Er den Gläubigen als die wichtigste Manifestation des Höchsten. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ (Trimurti) mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er aber alles, Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.

Sitzposition beim chanten von Mantren

Natürlich kann man auch im Stehen und gehen Mantren chanten, dennoch ist es bequemer sich dazu hinzusetzen. Sicher habt Ihr schon einmal gesehen, dass Inder im Schneidersitz meditieren. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule dabei gerade aufgerichtet ist, so kann die Energie ungehindert in die Chakren fließen. Wenn man es richtig macht, hat man ein bisschen das Gefühl, dass man am Scheitel nach oben gezogen wird. Die sieben Hauptchakren und deren ungefähre Position seht Ihr auf dem folgenden Bild.

Budda mit Chakren aktiviert durch Mantra

Mudras beim Mantra singen

Mudras sind spezielle Handhaltungen. Je nachdem welche Finger sich berühren haben die Mantren, die dazu gechantet werden manifestierenden oder auflösenden Charakter. Drückt man Mittelfinger und Ringfinger, wie im Bild zu sehen, aufeinander, dann löst das Mantra Anhaftungen.

Mudra zum Auflösen des Mantra

Drückt man dagegen Zeigefinger und Daumen an den Fingerkuppen aneinander wird das Mantra etwas im Leben manifestieren.

Ich hoffe, dass ich Euch mit meinen Ausführungen weiterhelfen konnte. Falls Ihr noch Fragen habt, könnt Ihr mich gern über die Kontaktseite anschreiben. Wie ich oben schon geschrieben haben, können Mantren auch Räume energetisch reinigen. Solltet Ihr dabei Hinweise oder Hilfe benötigen, dann bucht doch einfach eine Beratung in meinem Shop.